Discussion:
Boot-Zeiten bei SoHo-Routern
(zu alt für eine Antwort)
Michael Landenberger
2017-01-05 11:27:44 UTC
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Hallo,

mir sind 2 steinalte SoHo-Router zugeflogen: ein Draytek Vigor2500We, ca. 10
Jahre alt, und ein Netgear WGR614v9, ca. 8 Jahre alt. Beide Geräte enthalten
einen WLAN-AP und einen 4-Port-Fast-Ethernet-Switch. Im Draytek steckt
zusätzlich noch ein (ADSL1-)Modem, der Netgear hat nur einen Ethernet-WAN-Port
und ist somit auf ein externes Modem angewiesen (falls man ihn als DSL-Router
betreiben möchte).

Erstaunt bin ich über den drastischen Unterschied bei den Bootzeiten der
beiden Geräte. Beim Netgear dauert ein Reboot ungefähr eine Minute. Der
Draytek ist dagegen schlappe 3 Sekunden (!) nach dem Einschalten bzw. nach
einem Neustart betriebsbereit.

Auch bei moderneren Draytek-Geräten ist mir die extrem kurze Bootzeit
aufgefallen. An meinem Arbeitsplatz steht ein Vigor2860n+ VDSL-Router. Der
braucht nach dem Einschalten ebenfalls nur wenige Sekunden, bis er
betriebsbereit ist. Kein Vergleich z. B. zu einer Fritzbox 7490, bei der der
Startvorgang erheblich länger dauert. Ok, die Fritzbox enthält noch einen
Telefonieteil, der beim Draytek fehlt, aber dessen Initialisierung kann
eigentlich nicht so lange dauern.

Mich würde interessieren, wie Draytek diese kurzen Bootzeiten hingekriegt hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Draytek um den Faktor 20 schnellere
Hardware verbaut. Was sonst könnte also die Ursache sein?

Gruß

Michael
Michael Limburg
2017-01-05 12:30:11 UTC
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Michael Landenberger wrote:

Hallo
Post by Michael Landenberger
Erstaunt bin ich über den drastischen Unterschied bei den Bootzeiten der
beiden Geräte. Beim Netgear dauert ein Reboot ungefähr eine Minute. Der
Draytek ist dagegen schlappe 3 Sekunden (!) nach dem Einschalten bzw. nach
einem Neustart betriebsbereit.
Kurze Bootzeiten sind, wenn man die eigene Hardware kennt, jetzt nicht
so selten. Es gibt jede Mange Geräte im Haushalt, die das mindestens
so schnell können. Z.B. dürfte mein Laserdrucker (diverse Schittstellen
und Features) ähnlich komplex sein. Der ist nach etwa 10s da.

Stellt sich halt die Frage, ob nach 3s tatsächlich alle Dienste
vollumfänglich da sind, oder ob da noch im Hintergrund gewerkelt wird.
Das Modem vom Draytek wird nach 3s kaum Sync haben.

MfG
Michael Landenberger
2017-01-05 12:45:26 UTC
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Post by Michael Limburg
Stellt sich halt die Frage, ob nach 3s tatsächlich alle Dienste
vollumfänglich da sind, oder ob da noch im Hintergrund gewerkelt wird.
Das Modem vom Draytek wird nach 3s kaum Sync haben.
Gerade mal nachgesehen (den Router habe ich kurz vor meinem ersten Posting
eingeschaltet): Router-Uptime 1:22:48, PPPoE-Uptime 1:22:39. Macht 9 Sekunden
nicht nur bis Sync, sondern bis die Verbindung steht ;-)

Gruß

Michael
Tilmann Reh
2017-01-05 13:00:12 UTC
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Post by Michael Landenberger
[...]
Mich würde interessieren, wie Draytek diese kurzen Bootzeiten hingekriegt hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Draytek um den Faktor 20 schnellere
Hardware verbaut. Was sonst könnte also die Ursache sein?
Solche Gerätchen laufen heute meist mit einem Betriebssystem (oft Linux
o.ä.), das erstmal booten muß. Das dauert.

Geräte, die in wenigen Sekunden betriebsbereit sind, laufen entweder
ohne Betriebssystem oder starten direkt ein vollständiges Image.

Tilmann
kay
2017-01-05 13:46:46 UTC
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Post by Tilmann Reh
Post by Michael Landenberger
[...]
Mich würde interessieren, wie Draytek diese kurzen Bootzeiten hingekriegt hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Draytek um den Faktor 20 schnellere
Hardware verbaut. Was sonst könnte also die Ursache sein?
Warum nicht. Vielleicht hatten sie ein paar Schnelle Chips auf Halde und
haben daraus dies teil zusammen gefrickelt. Oder es ist die Ausnahme die
die Regel bestätigen soll... Wer weiß!
Post by Tilmann Reh
Solche Gerätchen laufen heute meist mit einem Betriebssystem (oft Linux
o.ä.), das erstmal booten muß. Das dauert.
Geräte, die in wenigen Sekunden betriebsbereit sind, laufen entweder
ohne Betriebssystem oder starten direkt ein vollständiges Image.
Dalli-Dalli-Syndrom: Der zweite Absatz ist doppelt, den Ziehn'ma ab.

Zeit mir bitte ein IT-Gerät das OHNE irgendein Betriebssystem startet
und Funktionsbereit ist?

Bitte nicht mit einem Switch ankommen, da sind es die ASICs die schon
switchen während der Management-Prozessor noch initialisiert. So was hat
aber beleibe nicht jedes Gerät.

Aber, das Booten "kann" schneller werden durch schnellere CPUs (wer die
bezahlen will) und einen Schnelleren FLASH-Speicher (Kosten!) aus dem
das Image des Betriebsystems (das meist eh ein linux, x-bsd oder was
unixoides ist) geladen und gestartet wird.

PC's booten ja auch deutlich schneller wenn man das üblicherweise Fette
OS auf einer SSD bunkert, statt auf rotierenden Medien.


Kay
--
Posted via SN
Tilmann Reh
2017-01-05 14:35:07 UTC
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Raw Message
Post by kay
Post by Tilmann Reh
Solche Gerätchen laufen heute meist mit einem Betriebssystem (oft Linux
o.ä.), das erstmal booten muß. Das dauert.
Geräte, die in wenigen Sekunden betriebsbereit sind, laufen entweder
ohne Betriebssystem oder starten direkt ein vollständiges Image.
Dalli-Dalli-Syndrom: Der zweite Absatz ist doppelt, den Ziehn'ma ab.
Ich verstehe nicht, was Du damit ausdrücken möchtest.
Post by kay
Zeit mir bitte ein IT-Gerät das OHNE irgendein Betriebssystem startet
und Funktionsbereit ist?
Nein, ich kann Dir keins zeigen. Ich wies nur darauf hin, welche beiden
Methoden naheliegend sind, um Geräte (mit entsprechender Elektronik;
nicht zwingend auf IT beschränkt) in Sekunden betriebsbereit zu haben.

(Anmerkung: es scheint den Herstellern allerdings auch nicht unbedingt
wichtig zu sein, daß der Anwender beim Einschalten nicht lange warten muß.)
Post by kay
Bitte nicht mit einem Switch ankommen, da sind es die ASICs die schon
switchen während der Management-Prozessor noch initialisiert. So was hat
aber beleibe nicht jedes Gerät.
Aber, das Booten "kann" schneller werden durch schnellere CPUs (wer die
bezahlen will) und einen Schnelleren FLASH-Speicher (Kosten!) aus dem
das Image des Betriebsystems (das meist eh ein linux, x-bsd oder was
unixoides ist) geladen und gestartet wird.
PC's booten ja auch deutlich schneller wenn man das üblicherweise Fette
OS auf einer SSD bunkert, statt auf rotierenden Medien.
Und trotzdem dauert es dann immer noch ein Vielfaches der Zeit, die ein
Mikrocontroller mit fester Anwendungssoftware ohne Betriebssystem zum
Hochfahren braucht: Einschalten, sofort da.

Tilmann
kay
2017-01-05 15:12:25 UTC
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Post by Tilmann Reh
Post by kay
Post by Tilmann Reh
Solche Gerätchen laufen heute meist mit einem Betriebssystem (oft Linux
o.ä.), das erstmal booten muß. Das dauert.
Geräte, die in wenigen Sekunden betriebsbereit sind, laufen entweder
ohne Betriebssystem oder starten direkt ein vollständiges Image.
Dalli-Dalli-Syndrom: Der zweite Absatz ist doppelt, den Ziehn'ma ab.
Ich verstehe nicht, was Du damit ausdrücken möchtest.
Und trotzdem dauert es dann immer noch ein Vielfaches der Zeit, die ein
Mikrocontroller mit fester Anwendungssoftware ohne Betriebssystem zum
Hochfahren braucht: Einschalten, sofort da.
Und die "Anwendungssoftware" des Microcontrollers ist... was. Etwa kein
Betriebssystem (im weiteren Sinne)?

Das wollte ich damit sagen. Ein Gerät das eine CPU hat, das hat auch ein
Betriebssystem. Egal wo und wie!

Und es ist eigentlich egal ob die CPU ein image aus einem Flash in ein
ram packt und dort startet, oder ob die CPU das Programm direkt aus dem
Flash aufrufen kann. Im zweiten fall spart man nur das einmalige
"booten" durch umladen, es "kann" aber auch so langsamer sein wenn
sowohl CPU als auch FLASH lahm sind, Da RAM aber i.allg. schneller ist,
taugt die Boot-Methode mehr für komplexere Geräte die länger laufen oder
schnellen zugriff auf änderbare Speicherdaten brauchen.

Bei einem Router wäre das z.b. die NAT-tabelle, und was noch so für's
routing/Filtering nötig ist.

Ein Microcontroller hat meist eh weniger Ram und er erzeugt meist auch
weniger Daten im Betrieb die zu speichern wären.

Kay
--
Posted via SN
Tilmann Reh
2017-01-05 16:21:10 UTC
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Raw Message
Post by kay
Post by Tilmann Reh
Und trotzdem dauert es dann immer noch ein Vielfaches der Zeit, die ein
Mikrocontroller mit fester Anwendungssoftware ohne Betriebssystem zum
Hochfahren braucht: Einschalten, sofort da.
Und die "Anwendungssoftware" des Microcontrollers ist... was. Etwa kein
Betriebssystem (im weiteren Sinne)?
Nein, eigentlich nicht - auch nicht "im weiteren Sinne".
Der Begriff "Betriebssystem" wird üblicherweise anders verstanden.
Siehe auch <https://de.wikipedia.org/wiki/Betriebssystem>.
Post by kay
Das wollte ich damit sagen. Ein Gerät das eine CPU hat, das hat auch ein
Betriebssystem. Egal wo und wie!
Ich vermute, diese Definition ist nicht allzu verbreitet...
Aber wenn Du das so siehst, erklärt das Deine vorige Antwort.

Tilmann

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